Nach einer langen Fahrt erreichten wir am frühen Nachmittag . Nach einiger Zeit kam auch der Bus, der uns zu unserem Ausgangspunkt brachte. Wir starteten etwas westlich von Ramsau am "Ruppenhäusl" und wanderten zunächst auf einem gut ausgebauten Fahrweg hauptsächlich Richtung Westen.
Da wir blauen Himmel hatten und die
Sonne vom blauen Himmel brannte und wir waren froh, als wie endlich die Schärten Alm erreichten, wo wir eine Brotzeit machten. Kurz nach der Schärten Alm wurde der Weg schmaler und wandte sich nach Süden. Von dort aus konnten wir die Blaueishütte bereits sehen. Kurze Zeit später waren wir auf der und ließen uns die Abendsonne auf den Bauch scheinen.
Auch dieser Tag zeigte sich von seiner schönsten Seite. Wir gingen von der Hütte aus in Richtung Süden und erreichten etwa bei der Endmoräne des ehemaligen Blaueisgletschers den Einstieg zur Schärten Spitze (2.065 m). Dorthin ging es einige Stellen seilversichert hinauf. Wir rasteten auf dem Gipfel und gönnten uns ein ausgiebiges schauen auf das Gipfelrund. Der Blick ging von der Reiteralpe mit Schottmal-, Wagendrischl- und Mühlsturzhorn im Westen, über den Hochkalterstock und die Blaueisspitze unmittelbar vor uns im Süden, hinab ins Wimbachgries nach Südosten und schließlich über das Wimbachgries hinweg zum Watzmann im Osten.
Nachdem wir genug geschaut hatten wanderten wir entlang des Grates auf die Eisbodenscharte (2.049 m) zu. Dort kletterten wir einen luftigen seilversicherten Steig ca. 50 m nahezu senkrecht hinab. Weiter führte uns der Weg zunächst über das Geröllfeld der Eisbodenscharte, später über Matten zur Hochalm. Wir wählten den nach Osten führenden Weg und stiegen wieder etwas über den grasigen Hang hinauf zur zwischen "Am Hund" (1.803 m) und Stanglahnerkopf (1.791 m) gelegenen Hochalmscharte.
Von dort aus bot sich noch einmal ein wundervoller Blick hinab ins Wimbachgries und den sich darüber erhebenden, eindrucksvollen Watzmann. Der Steig ging zunächst steil hinab, wurde im Wald etwas flacher, um dann wieder steil über einige felsige Stufen und auf ein Geröllfeld und schließlich zum Wimbachschloß zu führen. Hier unten war es deutlich wärmer als auf den Höhen. Nicht nur wegen des Höhenunterschieds, sondern weil sich die Hitze im Wimbachgries ziemlich staute. Wir gönnten uns ein wohlverdientes Radler, dann nun hatten wir nur noch den schönen, leichten Weg durch das Gries hinauf zur vor uns. Dort trafen wir dann am frühen Nachmittag ein.
In der Nacht hatte es sehr heftig geregnet, morgens jedoch war davon nichts mehr zu sehen. Das verwundert auch nicht allzusehr, denn hier im oberen Bereich des Grieses versickert das Wasser sofort. Auch der Himmel zeigte sich von seiner besten Seite. Wir gingen gemächlich steigend durch das fast weglose Gries nach SO. Schließlich stieg der Weg { 421 } hinein in den Banngraben, querte ihn und stieg weiter bis zur Trischübel Alm (1.760 m). Von hier aus bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die umliegenden Berge. Im Norden der Südgrad des Watzmanns, in Nordwesten das Wimbachgries, der Hochkalterstock und die bizarren Palfelhörner und im Südwesten der Große Hundstod, hinter dem unser heutiges Etappenziel, das Ingolstädter Haus liegt.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter { 411 } über einen Sattel und schließlich über Altschneefelder durch die Hundstodgruben aufwärts zum Hundstodgatterl (2.188 m). Von hier aus bietet sich eine erster, imposanter Blick über das gesamte Steinerne Meer. Angefangen bei den Funtenseetauern im Südosten, über die Übergossene Alm mit dem Hochkönig bis zur Schönfeldspitze im Süden. Nun ging es fast 200 m über die ausgewaschenen Kalkfelsen des Steinernen Meeres nach SO hinab. Von hier aus ist das Ingolstädter Haus bereits zu sehen.
Der Weg { 411 } trifft dann auf den vom Kärlinger Haus heraufkommenden Weg { 420 } und führt weiter im Bogen nach Südwesten wieder ca. 200 m bergan zum . Dort machten wir erst einmal ausgiebig Rast und tranken erst ein mal eine Radler Maß. Das war bei diesem heißen Wetter auch nötig. Leider rasteten wir zu lange, (oder auch nicht!?) denn das Wetter verschlechterte drastisch. Es folgte ein heftiges Gewitter mit kräftigen Windböen. Daher waren wir froh doch nicht weiter zum Riemann Haus gegangen zu sein.
Am nächsten Morgen war der Himmel immer noch bedeckt. Leider ließ die Wettervorhersage keine Freude aufkommen. Es wurden weitere heftige Regenfälle, teilweise Schnee angesagt. Da sich mein Begleiter zudem in seinen neuen Schuhen zwei Riesenblasen an den Hacken gelaufen hatte, entschlossen wir uns schweren Herzens zum Abstieg über das Kärlinger Haus nach St. Bartholomä am Königssee. Der Weg ließ sich noch ganz gut an und es regnet zunächst nicht. Aber schon am zusammentreffen der Wege { 411 } und { 420 } hatte uns der Regen eingeholt und wir trotteten langsam immer nasser werdend auf unser Etappenziel zu. Auch Sicht gab es kaum noch, so daß wir die Hütte erst sahen, als wir nur noch ca. 200 m entfernt waren. Wir wärmten uns im bei einem Kakao auf und versuchten unsere Sachen im Trockenraum etwas zu trocknen.
Nach gut einer Stunde verließen wir die Hütte um widerwillig im Regen weiter abzusteigen. Wir gingen weiter nach Nordwesten in zwei Kehren bergab durch die kleine Saugasse und schließlich nach Nordosten zur Oberlahner Alm (1.400 m). Der Weg { 421 } zum Trischübel Paß zweigt hier nach links (N) ab. Wir gingen jedoch weiter geradeaus (NO) und stiegen durch die imposante und steile Saugasse zur Unterlahner Alm ab. In der Nähe der Hachlklause hatte der Sturm am Vortag mächtig gewütet und etliche Bäume umgeworfen. Wir mußten teilweise drüber klettern oder darunter hindurch kriechen. Da dieser Bereich recht steil ist war das nicht ganz ungefährlich.
Schließlich erreichten wir den Königssee. Nach St. Bartholomä wäre es nur noch ein Katzensprung, wenn nicht das Wasser die Brücke in der Bartholomä Au fein säuberlich umspülen würde. Sie stand einsam in einem Gewirr von Bacharmen. So holten wir uns beim durchwaten durch die Arme noch einmal richtig nasse Schuhe. Im Schiff, daß uns zurück nach brachte bildete das abtropfende Wasser unter uns schließlich große Pfützen.