Jennerbahn
PDF-Faltblatt des DAV zum Gebiet beim Deutschen Alpenverein dort unter Publikationen / Broschüren
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Wir (Simone, Uli, Ralf und ich) hatten uns um 7 Uhr früh bei mir getroffen um einen ausreichenden Zeitpuffer für die Fahrt zu haben; um 17 Uhr sollte die letzte Fahrt der Jennerbahn sein. Da das Wetter nicht allzu gut sein sollte, überlegten wir noch unseren Plan B, den Dolomitenhöhenweg Nr. 1 ab der Cinque Torri Hütte zu gehen, aber dort war ebenso durchwachsenes Wetter angekündigt wie im Königssee Gebiet und so beließen wir es bei der ursprünglichen Planung.
Wir starteten also bald und trafen uns nach etwa der Hälfte der Strecke mit Guido in Pforzheim. Bis dort waren wir voll im Zeitplan. Leider waren die Autobahnen ab dort sehr voll und wir verloren Minute um Minute, sodass es schließlich äußerst knapp wurde. Während die anderen noch recht zeitig ankamen, erreichten Guido und ich die mit hängender Zunge um 16:57 Uhr. Aber immerhin hatten wir es geschafft. Das Wetter war schon auf der Hinfahrt immer wieder schlecht gewesen und so schwebten wir auch nun bald mit kaum 50 m Sicht durch die Wolken.
Oben angekommen brauchten wir uns gar nicht erst zum Jenner Gipfel aufzumachen, wir sahen kaum den Weg. Also gingen wir direkt zur Hütte. Zunächst etwas steil abwärts, bald aber nahezu eben führte uns der Weg durch die Wolken hinüber zum Torrner Joch. Durch den dichten Nebel sahen wir das erst, als wir kaum mehr 30 m entfernt waren. Unsere Reservierung war angekommen und wir bezogen bald schon unser Lager.
Nach dem Abendessen hatte es immerhin so weit aufgeklart, dass wir noch den Pfaffenkegel besteigen konnten. Hinter dem Haus führte uns der Weg steil aufwärts durch die Latschen und Matten und nach wenigen Minuten hatten wir den Felsen erreicht. Eine kurze verseilte Stelle war schnell überwunden und wir hatten den ersten Gipfel der Tour eingenommen.
Dieser Tag begann mit deutlich besserem Wetter als der Vortag. Nach einem kurzen morgendlichen Schauer klarte es schnell auf und wir genossen unser Frühstück vor dem Haus. Dabei mussten wir unsere Brote gegen eine recht mutige Dohle heftig verteidigen. Trotzdem konnten wir schließlich gut gestärkt in Richtung Hohes Brett starten.
Der Weg führte uns vorbei am Pfaffenkegel den wir am Vortag bestiegen hatten. Diesmal nahmen wir allerdings den direkten Weg. Der erwies sich als schneller, aber auch deutlich steiler, teils brauchten wir hier schon beide Hände. Als wir den Sattel südöstlich unterhalb des Jägerkamps erreicht hatten, konnten wir voraus eine kleine Herde Gämsen beobachteten. Wir stiegen weiter aufwärts und folgten dem Weg, der nun in Richtung Westen den Berg hinauf führte. Hier gab es immer wieder ausgesetzte Stellen bzw. kurze Ier Kletterstücke. Nach einiger Zeit hatten wir den Jägerkamp (2.182 m) erreicht und machten erst einmal eine ausgiebige Pause.
Auf dem Jägerkamp hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Schneibstein, Jenner, und Watzmann, sowie weit hinaus ins Voralpenland. Schließlich begannen wir letzten Aufstieg von 150 Hm zum Gipfel des Hohen Bretts. Dieser Weg war sehr einfach, denn er führt moderat steigend über einen breiten, grasigen Rücken hinauf zum ebenfalls breiten Gipfel des Hohen Bretts (2.331 m).
Hier blieben wir nur kurz, denn es wehte ein kühler starker Wind. Bald schon setzten wir uns daher in Bewegung um den Hohen Göll zu besteigen, das zweite Ziel des Tages.Der Weg viel zunächst wieder ca. 50 Hm über einen breiten grasigen Rücken ab und erreichte dann das Brettriedl, einen breiten felsigen Grat.
Über diesen verlief der Weg in leichtem Auf und Ab, gelegentlich war auch der Einsatz beider Hände erforderlich. Insbesondere in der Mitte steigt man nach rechts (Süden) einige Meter den Grat hinab. Der Abzweig ist durchaus leicht zu verfehlen, weil auch Steigspuren den Grat weit entlang führen.
Nach dem kurzen, steilen Abstieg ging's recht ausgesetzt etwa 20 m die Steilwand entlang. Anschließend folgte wieder ein leichteres Stück. Kurz vor dem Abstieg zu dem Schneefeld machten wir noch einmal eine Pause um zu beratschlagen, ob wir weitergehen sollten, denn das Wetter, das bisher gehalten hatte brachte von Süden kommend immer mehr Wolken.
Wir entschieden uns schließlich umzukehren und hatten damit recht getan, denn kaum zehn Minuten später war der ganze Berg in den Wolken verschwunden und wir konnten wieder kaum 50 m weit sehen. So gingen wir auf dem Aufstiegsweg wieder zurück bald mussten wir auch unsere Anoraks wieder anziehen, denn es begann leicht zu regnen. Auf dem breiten grasigen Weg über das Hohe Brett war das nicht problematisch. Beim Abstieg von Jägerkamp hingegen schon. Die steilen Stellen waren teils von vielen Schuhen glatt poliert, oder anderweitig rutschig, so dass wir im Abstieg kaum schneller als im Aufstieg waren.
Nach dem Sattel wählten wir nicht den steilen Abstieg, sondern machten einen kleinen Umweg, vorbei am Pfeffenkegel. Schließlich erreichten wir die Hütte wieder und genossen später wieder das gute Abendessen.
Dieser Tag begann mit leichtem Regen und daran sollte sich im Verlaufe des Tages leider auch nichts wesentliches andern. Ursprünglich hatten wir geplant über den Schneibstein zur Wasseralm zu gehen, aber wegen des schlechten Wetters ließen wird diesen Plan fallen. Wir gingen also im leichten Regen zunächst auf dem Fahrweg {498} abwärts, vorbei am Schneibsteinhaus und erreichten nach einigen Kurven den Abzweig, der uns zur Gotzenalm bringen würde.
Kurz darauf erreichten wir die Branntwein Brennhütte, bei der wir erst einmal eine kurze Pause machten und einen Meisterwurz probierten. Der Herr dort erklärte uns wie und woraus der Schnaps gemacht wird und zeigte uns die rohen Wurzeln die das Ausgangsmaterial darstellen. Nach einiger Zeit gingen wir wieder los. Der Weg führte uns zunächst weiter über eine Schotterstrasse aufwärts zur Priesberg Alm, wo er sich dann zu einem schönen, schmalen Pfad verengte der nun leicht abfallen verlief (497).
Wir passierten eine Weggabelung, bei der der linke Weg {497} südöstlich hinauf zum zwischen Schneibstein und Kahlersberg gelegenen Seeleinsee führt, und der rechte (495) zum Unteren Hirschenlauf, unserem Etappenziel. Bald darauf erreichten wir einen Bach und gingen nun den unteren Hirschenlauf zunächst weiter abwärts. Hier mussten wir häufig über umgeworfene Bäume klettern, oder diese umrunden. Vermutlich Kyrill hatte hier ziemlich gewütet. Nach einiger Zeit (bei 1.470 m) begann der Weg wieder zu steigen und führte nun teils etwas ausgesetzt die Bergflanke hinauf. An einigen Holzleitern mussten wir wegen der Nässe ziemlich vorsichtig sein. Besonders zu Ende hin ist die Wand die man durchquert sehr steil.
Schließlich erreichten wir die Kante und nach einer kleinen Lichtung auch wieder eine Schotterstrasse, die uns in vielen Kehren hinauf zur Gotzenalm brachte. Oben angekommen waren wir wieder in den Wolken, sodass wir von einer Weggabelung aus das Hauptgebäude gar nicht sehen konnten. Wir gingen einfach auf dem Weg rechten weiter und stellten am Haus angekommen fest, dass die Wahl des Weges egal gewesen wäre, beide führten zur
Hier machten wir erst einmal eine längere Pause um uns aufzuwärmen und etwa zu essen. Den balkonartigen Aussichtspunkt Feuerpalfen mit einem wunderschönen Blick hinüber zum Watzman mit seiner beeindruckenden Ostwand und hinunter nach St. Bartholomä konnten wir wegen des schlechten Wetters leider erst gar nicht besuchen. Schließlich beschlossen wir an diesem Tag trotz des Regens doch noch weiter zur Wasseralm zu gehen.
Wir gingen also nach Südosten über die Almhochfläche auf dem Wanderweg {493} der leicht und gut begangen werden konnte. Nach einiger Zeit erreichten wir die Regen-Alm an der der Weg {492} über den Kaunersteig hinab zur Salet-Alm zwischen Königs- und Obersee abzweigt. Leider konnten wir nichts von den umliegenden Bergen sehen, da wir immer noch in den Wolken und im Regen gingen. Es ging weiter in Richtung Südosten und bald machte der Weg 493 einen scharfen Knick nach Norden hinein in das Landtal.
Wir gingen auf einem schmalen Pfad hoch über dem Landtal, sahen aber wegen der Witterung leider nichts von dieser höchst eindrucksvollen Landschaft. Schließlich hatten wir den Boden des Tals erreicht und steigen weiter durch den Wald oder besser, das, was Kyrill davon noch übrig gelassen hatte,unterhalb der mächtigen Westabstürze von Kahlersberg und Hochsäul zur Hanauerlaubwand hinab.
Bald begann der Weg wieder anzusteigen, querte die Hanauerlaubwand und führte schließlich in vielen Kehren hinauf zum Wildtörl. Der Bereich um das Wildtörl (1.290 m) stellt die schmalste und was die Wand betrifft mit 50 - 60° auch die steilste Stelle dieses Weges dar. Hier hatten sich die Wege teils in Bäche verwandelt und an manchen Stellen kamen wir nicht ohne nasse Füße weiter. Einmal mussten wir sogar so etwas wie einen kleinen Wasserfall passieren; wir waren schließlich pitschnass.
Auch hier gab es wieder einige Holztreppen und Brücken die sehr nass und etwas rutschig waren. Wir querten sie mit entsprechender Vorsicht, denn ein Fehltritt bedeutet hier einen Sturz von ca. 500 m! Die Wand wurde bald darauf jedoch wieder flacher und der Weg wieder breiter. Er führte nun durch den Wald zunächst nach Süden auf die Sonntagalm nachdem wir den Abzweig zu den Teufelshörnern passiert hatten erreichten wir die Lichtung der und hatten noch ein letztes kleines Hindernis zu überwinden; die kleine Brücke war teils unter Wasser. Mit ein paar beherzten Schritten hatten wir aber auch dies bald hinter uns gebracht und freuten uns auf die Wärme der Hütte.
Die erwies sich jedoch überraschenderweise als nahezu vollständig belegt und da es weiter regnete erwies sich das Trocknen unserer Sachen zunächst als ziemlich schwierig. Glücklicherweise konnten wir bald zu unseren Plätzen im Lager und dort aus den nassen Sachen raus. Drei freundliche Wanderer aus Kassel überließen uns auch bald ihre Plätze in der kleinen und völlig überfüllten Gaststube und wir bekamen eine heiße Gemüsesuppe; welch ein Wohltat nach diesem langen, anstrengenden Tag.
Die beiden Hüttenwarte hatten die Situation trotz der Überfüllung absolut im Griff und ließen sich durch Nichts aus der Ruhe bringen. Der Rest des Abends gestaltete sich beim "Mäxchen" spielen noch recht schön.
Das Wetter hatte sich deutlich gebessert und nach einem opulenten Frühstück gingen wir los. Zunächst querten wir die Alm nach Nordwesten und wanderten auf dem Weg {416} hoch über dem Obersees. Immer noch waren die vielen Holzbrücken, -leitern und -stege mit Vorsicht zu genießen, denn sie waren vom Vortag noch recht feucht und teils unangenehm rutschig.
Die herrlichen Tiefblicke zum Obersee und Königssee die man hier eigentlich hat konnten wir nicht genießen, denn es klarte nur sehr zögerlich auf. Trotzdem ist dies auch ohne große Aussichten ein schöner Weg mit eine beeindruckenden Fauna rechts und links. Wir gewannen langsam, aber stetig an Höhe und erreichten schließlich den Paß am Halsköpfl (1.718 m). Ein kurzer Weg hinüber zum Köpfl und wir genossen den herrlichen Blick hinunter zu den Seen, hinüber zu Watzmann, Jenner, Hohem Brett und Göll, zur Gotzenalm und dem Hagengebirge mit den Teufelshörnern.
Der weitere Weg führt zunächst über einige wiederum unangenehm nasse Treppen und steile Wegstücke hinab zum Schwarzensee (1.568 m). Viele der Treppen waren schon sehr vermodert und es fehlten teilweise bereits der größte Teil der Stufen.
Durch den Regen der vergangenen Tage war der Weg am Ufer des malerischen Sees völlig überschwemmt, sodass wir nach rechts auswichen und den See etwas oberhalb weglos umgingen. Bald hatten wir aber wieder ein trockenes Stückchen Weg erreicht, und überschritten nach einem kurzen Gegenanstieg einen kleinen Paß.
Wir stiegen wiederum hinab und trafen auf den Weg {422}, der über den Sagerecksteig vom Ende des Königssees heraufführt (Nur für geübte). Den Grünsee (1.474 m) umgingen wir westlich in etwa 50 m Höhe über dem Seespiegel. Anschließend leiteten uns einige Stufen und Leitern in zwei Absätzen wieder steil 250 Hm durch den Wald hinauf zum Pass.
Der Weg wurde flacher, umrundete den nordwestlichen Fuß des Glunkerers und traf auf den Weg, der hinüber ins Wimbachgries oder durch die Saugasse hinab nach St. Bartholomä führt. Wir überschritten noch einen kleinen Pass und erreichten schließlich das das nach einer letzten Wegbiegung und einem weiteren letzten kleinen Paß keine 300 m entfernt unvermittelt vor uns lag.
Nach den Tagen mit spärlichem Komfort konnten wir hier sogar warm duschen. Wir stärkten uns und erkundeten die Gegend um den See. Interessant ist, dass der See nur einen, am südöstlichen Ende befindlichen unterirdischen Abfluss hat. Dort gurgelt und rauscht es auch wirklich mächtig. Da sich das Wetter enorm gebessert hatte, hatten wir nun auch schon schöne Ausblicke auf den Funtensee, das wuchtige Stuhljoch und den stolzen Viehkogl, beides Gipfel, die Ziele der nächsten Tage waren und das eindrucksvolle Schottmalhorn, das Matterhorn des Steinernen Meers.
Für diesen Tag hatten wir uns das Stuhljoch und evtl. den Funtenseetauern vorgenommen. Das Wetter war ausgezeichnet und nicht eine einzige Wolke bedeckte den Himmel, es versprach also ein sehr schöner Tag zu werden. Der Weg führte uns am See vorbei und an dessen Ende stetig steigend nach Osten durch den Wald empor. Bald folgten wir dem Wegweiser "Stuhljoch" nach links, während der Weg rechts weiter in Richtung Riemannhaus führte.
Für einige Zeit verlief der Weg noch im lichten Lärchenwald, erreichte jedoch bald eine Kuppe, von der aus wir fast den gesamten Aufstieg zum Gipfel bereits sehen konnten. Von dort aus ging's über die Matten teils steil und trotz der morgendlichen Kühle recht schweißtreibend aufwärts, denn die Sonne brannte schon unbarmherzig vom Himmel. Beim Aufstieg waren auch mehrfach kurze Abschnitte in leichter Ier Kletterei zu überwinden. Der Anstieg zum Stuhljoch ist grob in vier Etappen geteilt. Das Stück durch den Wald, der untere Teil der Rampe mit den leichten Kletterstellen, ein oberes, recht steiles Wiesenstück und schließlich eine Querung nach rechts (Osten) und der letzte sehr steile und teils recht ausgesetzte Gipfelanstieg.
Besonders beeindruckend beim Anstieg über die Matten waren die Tiefblicke an der fast senkrechten westlichen Abbruchkante auf den Feldkogel, Grün- und Schwarzsee sowie hinüber zum Königssee. Je höher wir stiegen, desto mehr sahen wir auch vom Steinernen Meer. Der Viehkogel, der sich neben dem Kärlinger Haus so stolz erhebt, war von hier oben nur noch ein kleines Hügelchen. Auch das Schottmarlhorn hatte im Profil nichts mehr von seiner eindrucksvollen Gestalt wie wir sie von der Hütte aus gesehen hatten.
Etwa 50 Hm bevor wir den Grat erreichten wandte sich der Weg nach rechts, querte etwa 200 m weit waagerecht und stieg dann ein letztes Mal steil und teils recht ausgesetzt zu einer Scharte empor an der wir im Windschatten erst einmal etwas pausierten.
Die Aussicht von hier oben war einfach grandios. Durch den Regen des Vortags war die Luft recht klar und wir konnten gegenüber schon mit bloßem Auge deutlich das Ingolstädter Haus mit dem Hundstod erkennen. Links daneben waren die Schindlköpfe und weiter links die alles dominierende Schönfeldspitze zu sehen. Während auch der Sommerstein gut zu erkennen war, konnte ich das Riemann Haus konnte ich auch mit dem Fernglas nicht finden, denn es lieg, wie wir am folgenden Tag sahen verdeckt hinter einem kleinen Riff.
Ganz hinten am Horizont leuchteten noch die Eisriesen der Glocknegruppe mit Großglockner, Großem Wiesbachhorn, Klockerin sowie die der Venediger Gruppe mit Großvenediger, Rainerhorn, Schwarzer Wand und Hohem Zaun. Schließlich bestiegen wir noch ohne Gepäck in wenigen Minuten das Stuhljoch.
Der weitere Weg über den Grat war uns (außer Ralf) aber zu ausgesetzt, weshalb wir im Windschatten des Grates bei bestem Wetter in der Sonne die Aussicht genossen, bis Ralf vom Funtenseetauern zurück war. Leider verlor er auf dem Rückweg etwa 50 m vor der Scharte seine Kamera. Sie hatte sich wohl gelöst und sauste 700 Hm die senkrechte Wand hinab.
Der Rückweg verlief über den Aufstiegsweg, war aber natürlich nicht mehr so schweißtreibend, wie der Aufstieg. Am frühen Nachmittag hatten wir die Hütte wieder erreicht, stärkten uns bei Getränken und Kuchen, freuten uns über unsere schöne Tour und bewunderten das eindrucksvolle Stuhljoch nun wieder von unten.
An diesem Tag war das Wetter nicht so schön, wie am Vortag. Die Wolken hingen auf ca. 2.000 m und unser Tagesziel, das Riemannhaus würde sicher in den Wolken sein, aber wir gingen trotzdem los.
Zunächst wieder auf etwas dem Weg des Vortages in Richtung Stuhljoch, ließen dessen Abzweig jedoch bald links liegen und stiegen nach Rechts (Süden) in zwei Stufen hinauf auf das Steinerne Meer und bald waren wir auch schon in den Wolken.
Nun gingen wir insgesamt steigend, in leichtem auf und ab weiter aufwärts. Dabei passierten wir einige eindrucksvolle Dolinen, die wir aber wegen des Nebels kaum richtig sehen konnten; die Sicht war auf kaum 50 m gesunken.
Wir gingen immer weiter und erreichten schließlich eine kleine Kuppe und an dessen Südflanke eine Statue, die für eine Wallfahrt errichtet worden war. Dabei waren wir, wie wir bald darauf feststellten, kaum noch 50 m vom Riemann Haus entfernt, jedoch ohne es sehen zu können. So erreichten wir kurz darauf das große neben dem eindrucksvollen Sommerstein auf der Ramseider Scharte gelegene .
Hier bezogen wir erst einmal unser Quartier, wir waren an diesem Tag fast die einzigen Gäste, und aßen etwas zu Mittag. Eigentlich hatten wir geplant an diesem Tag noch eines der Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes, die Schönfeldspitze zu besteigen, aber wegen des schlechten Wetters war daran nicht zu denken. Auch das nur ca. 1 ½ Stunden entfernte Breithorn mit herrlicher Aussicht auf das Pinzgau und die Hohe Tauern hüllte sich immer wieder in Wolken, so dass auch eine Tour dorthin ausschied.
Als es etwas aufklarte beschlossen wir wenigstens den dicht bei der Hütte gelegenen Sommerstein, den "Torwächter der Ramseider Scharte" zu besteigen. Zwar fällt die der Hütte und der Scharte zugewandte Seite etwa 200 m senkrecht ab, aber von Nordosten führt ein leichter Weg in etwa ½ Stunde auf den Gipfel. Leider setzte schon auf dem Weg dorthin wieder der Regen ein, sodass wiir den Gipfel kurz stürmten, uns wie üblich gratulierten um dann schnell wieder den Rückzug in die trockene, warme Hütte anzutreten. Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit "Mäxchen" spielen und lesen.
Dieser Tag begann genauso trüb und kalt, wie der letzte geendet hatte. Aber der Wetterbericht sagte Besserung für den Nachmittag voraus. Nachdem wir überlegt hatten noch zu warten um vielleicht doch noch die Schönfeldspitze zu besteigen entschieden wir uns dann doch bald direkt zum Ingolstädter Haus zu gehen. Später am Tag zeigte sich, dass dies die richtige Entscheidung gewesen war, denn das Wetter klarte von Südwesten her auf und die Schönfeldspitze war noch den ganzen Tag in Wolken.
Auch unser Weg begann also in den Wolken und führte mit geringer Sicht über den Eichstätter Weg nach Nordwesten. Einige Male mussten wir etwas zurückgehen, oder zumindest stehen bleiben um die Markierungen zu suchen. Das war teils nicht einfach, da wir auch noch einige größere Schneefelder zu queren hatten und uns dabei auf schwache, alte Spuren verlassen mussten. Erst als der Weg nach dem Überqueren des höchsten Punktes beim Achselhorn deutlich an Höhe verlor, kamen wir aus den Wolken und konnten zum ersten Mal die eindrucksvolle, wilde Landschaft des Steinernen Meeres richtig sehen; es trägt seinen Namen zurecht! Von Südwesten her wurde das Wetter nun besser und gelegentlich schaute auch schon mal die Sonne durch die immer noch dichten Wolken.
Am Wegscheid schließlich machten wir eine längere Rast und trafen die ersten und einzigen Wanderer, die uns an diesem Tag entgegen kamen. Es ging nun weiter in leichtem auf und ab durch die zerrissenen Karrenfelder der Hochfläche. Immer wieder sahen wir Kalkfelsen, die Wasser und Wetter auf eindrucksvolle Weise zu Rinnen, Riefen und Stufen modelliert hatte. Auch auf versteinerte Korallen trafen wir immer wieder.
Schließlich querten wir ein letztes Schneefeld und erreichten bei aufgelockerter Bewölkung das . Dies wurde gerade umgebaut und erhielt völlig neue Waschräume und Toiletten sowie einen Anbau mit einem neuem Treppenhaus. Die Toiletten waren schon fertig und gaben schon einen schönen Eindruck auf den Rest, der noch fertig gestellt würde.
Nach einer Pause gingen wir noch mal los. Auch hier hatten wir eigentlich geplant den Großen Hundtstod zu besteigen, der mit 2.594 m in ca. 2 Stunden von der Hütte aus zu erreichen ist. Leider hüllte er seine letzen 50 Hm beständig in Wolken, sodass uns eine Besteigung nicht allzu lohnend erschien. Wir entschieden uns daher für den Kleinen Hundstod und gingen von der Hütte aus zunächst nach Westen, wobei der Weg durch groben Fels etwas aufwärts vorbei an einigen endrucksvollen Dolinen führte.
Nach einem großen Schneefeld wurde der Weg ruhiger und stieg nur noch moderat zum breiten, flachen Gipfel des Kleinen Hundstods (2.263 m) an, den wir nach einer knappen ¾ Stunde erreichten. Die Aussicht war schon schön, aber durch die teils recht niedrig hängenden Wolken nicht so schön, wie sie hätte sein können. Schließlich gingen wir auf gleichem Weg zurück zur Hütte.
Die Hütte wird von Sylvia Gruber, der Schwester des Wirtes des Riemann Hauses hervorragend geführt und hat einen wunderschönen Kachelofen im Gastraum. Leider pferchte die Wirtin abends alle anwesenden Wanderer in einen einzigen Schlafraum. Und damit nicht genug, einige Gäste durften noch bis nach 23 Uhr in der Gaststube lautstark zechen. Als sie dann in das bereits recht volle Lager kamen, weckten sie auch noch einige bereits schlafenden Gäste auf, um sie von "Ihren" Liegeplätzen zu vertreiben. Das hätte nicht sein müssen, die Wirtin hätte sie leicht in einem anderen Lager unterbringen können.
Dieser Tag begann endlich wieder wunderschön, wenn sich auch Gipfel des Großen Hundstods hartnäckig in Wolken hüllte, aus der geplanten Besteigung wurde also wieder nichts. Stattdessen gingen wir nun abwärts in Richtung Kärlinger Haus. Ralf und ich hatten beschlossen ersatzweise den Schneiber vom Hundstod Gatterl zu besteigen, Guido, Simone und Uli wollten zuerst zur Hütte und dann auf den Viehkogl.
200 Hm unterhalb des Hundstod Gatterl zweigte der über den Pass zur Wimbachgries Hütte führende Weg {411} ab. Kurz nach dem Abzweig ging es teils sehr steil aufwärts. Hier wehte kein Lüftchen, aber die Sonne brannte erbarmungslos vom blauen Himmel, weswegen der Aufstieg auch recht anstrengend war. Er führt immer wieder über leichte Ier Kletterstellen, ist also keineswegs ein einfacher Bergwanderweg!
Schließlich hatten wir es geschafft und standen auf dem breiten Pass. Wegmarkierungen in Richtung Schneiber gab es nicht, wir hatten allerdings auch keine erwartet und gingen nun weglos hinauf zum Gjaidschneid. Der war teils breit, teils weniger breit, aber immer gut zu gehen. Gelegentlich wurde er von kurzen Ier Kletterstellen unterbrochen, die sich aber leicht überwinden ließen. Etwas weiter auf dem Grat ließen wir unsere Rucksäcke zurück und gingen mit leichtem Gepäck weiter in Richtung Gipfel.
Von weitem hatte es ausgesehen, das der Weg einfach in einem großen Bogen hinüber zum Gipfel streicht, aber er wurde durch zwei Einschnitte unterbrochen, die wir jeweils südöstlich umgehen mussten. Nach einem letzten moderaten Anstieg über die felsdurchsetzte, grasige Südostflanke erreichten wir den breiten, steinigen Gipfel (2.265 m).
Durch das herrliche Wetter war die Aussicht hier oben wunderbar. Uns gegenüber im W lag der Große Hundstod neben dem Ingolstädter Haus. Im N schauten wir auf die Watzmann Südspitze und fast genau in die Flucht des Watzmanns. Im NO konnten wir über den Königssee bis weit ins Alpenvorland schauen. Im O und SO sahen wir das Stuhljoch und die Funtenseetauern sowie das Steinerne Meer mit der Schönfeldspitze, wir konnten uns gar nicht sattsehen.
Schließlich mussten wir aber doch den Rückweg antreten. Der führte uns wieder den Grat entlang zum Hundstod Gatterl und hinab zum Abzweig zwischen Ingolstädter und Kärlinger Haus. Von dort aus führte der gute Wanderweg {420} mal steil, mal weniger steil hinab. Auf dem Weg versuchten wir immer wieder den südöstlichen Aufstieg zum Schneiber zu finden, was uns aber nicht gelang. Bei der Hirschenwand hieß es noch mal 50 Hm bis zum Abzweig zum Viehkogl aufsteigen.
Nun verlor der Weg wieder schnell an Höhe, erreichte schließlich die kleine Ebene beim Kärlinger Haus und kurz darauf auch die Hütte. Ralf und ich erfrischten uns etwas und kurz darauf erschienen die anderen auch schon, sie waren inzwischen auf dem Viehkogel gewesen. Zuvor waren sie jedoch direkt zur Hütte gegangen und hatten daher schon ein schönes Zimmer nur für uns bekommen. So tauschten wir dann auch unsere jeweiligen schönen Erlebnisse des Tages aus.
So schön der Vortag gewesen war, so schnell hatte sich das Wetter wieder eingetrübt und als wir morgens vor der Hütte standen, begann es schon wieder leicht zu regnen. Aber nun war der letzte Tag einer schönen Bergtourenwoche angebrochen und es stand uns nur noch der Abstieg nach St. Bartholomä bevor.
Vom Haus aus gingen wir über den kleinen Pass, passierten bald schon den Abzweig zum Grünsee {422} und folgten dann dem Weg {410} durch die Kleine Saugasse über die Oberlahner Alm. Dabei waren wir Teil einer wahren Karawane von Wanderern, die von der Hütte abstiegen. Ich hatte den Eindruck, dass mit uns alle Gäste der Hütte nach St. Bartholomä abstiegen. Wir passierten den Abzweig zum Trischübel Pass {421} und erreichten bald darauf die Saugasse.
Dies ist ein höchst beeindruckender kaum 50 m breiter steiler Einschnitt, durch den der Weg in zahllosen Kehren hinunter zur Unterlahner Alm führt. Der Blick zurück zeigte noch einmal deutlich die Karawane, die gen St. Bartolomä unterwegs war. Nur wurde der Weg vorübergehend flacher, um aber bald darauf wieder steiler zum Königssee abzufallen. Schließlich wandte er sch nach Norden und führte leicht abfallend hinunter zur Landzunge von St. Bartholomä. Ein kurzes Stück führte der Weg noch eben durch den lichten Wald um schon bald das kleine Örtchen zu erreichen.
Hier hatte uns die Zivilisation in Form von vielen Halbschuhtouristen wieder. Es ist schon eigenartig: wenn man nach Tagen der Einsamkeit in den Bergen solch einen Ort wieder betritt fällt einem der Lärm dort ganz besonders auf. Wir schauten uns noch ein bisschen um und betraten dann eins der Schiffchen das uns nach zurück brachte.
Dort genehmigten wir uns noch ein Mittagessen in einem Restaurant am See, das aber wieder allen meinen Vorurteilen gerecht wurde. Trotz kaum 10 Gästen und der Bestellung des angepriesenen Tagesgerichtes schafften es die drei!!! Kellner uns zu Mittagszeit beinahe 1 ¾ Stunde auf das Essen warten zu lassen.
Trotzdem hatten wir eine schöne Woche gehabt, auch wenn der eine oder andere Wunschgipfel wegen des Wetters nicht zu erreichen war
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