Andreas Wienekes Bergtouren Seiten


Los ging's mit dem Lift von hinauf auf und dann weiter. Der direkte Weg zur Starkenburger Hütte war mir zu einfach, daher hatte ich mich entschlossen vorher noch die beiden Burgstalle zu besteigen.
 
Von der Seilbahnstation ging's nach rechts herum um das kleine Riff, über das auch ein "Klettersteig" führt. In leichtem auf und ab, querte ich den Hang, jedoch nicht ohne gelegentliche Pause um die vielen hübschen Blumen zu bewundern.
 
Nach kurzer Zeit erreichte ich das Sennjoch, von dem aus man einen herrlichen Blick hinab ins Stubai Tal und hinüber zu den Zentralalpen mit den Feuersteinen, Freiger und Zuckenhütl hatte.
 
Nach dem Joch stieg der Weg etwas stärker an und teilte sich bald. Der untere führte unmittelbar hinüber zur Starkenburger Hütte, der obere stieg weiter und führte bald nur noch moderat steigend unterhalb des niederen Burgstalls vorbei. Nach eine weiteren kurzen Steigung erreichte ich den Sattel zwischen Niederem und Hohem Burgstall. Von dort aus waren es nur wenige Minuten und ebenfalls nur wenige Höhenmeter bis zum breiten, grasigen Gipfel des Niederen Burgstalls (2.436 m).
 
So schroff und steil sich der Niedere Burgstall gegen Nordosten zeigte, so flach war er von Südwesten aus. Ich verweilte nicht lange auf dem Gipfel(chen), sondern machte mich auf den Weg zum nahen und nur 175 Meter höheren Hohen Burgstall.
 
Der Weg dorthin führte mich wieder über den Sattel und dann in Bogen nach links aufwärts. Nachdem ich einen Felsgrat passiert hatte befand ich mich oberhalb der Starkenburger Hütte und stieg nun auf einem guten Bergweg den Hang hinauf zum Pass, an dem der von Norden kommende Weg meinen Weg traf. Der Rest des Weges verlief über die Felsen, war aber ebenfalls recht einfach un ich erreichte bald den Gipfel des Hohen Burgstalls (2.611 m)
 
Oben auf dem Gipfel machte ich erst mal eine längere Pause und freute mich an dem herrlichen 360° Panorama. Der Blick reichte von Elferkogl und Habicht nördlich jenseits des Stubaitales hinüber zu den mächtigen vergletscherten Eisriesen mit dem Zuckerhütl als höchstem Gipfel bis zum Brunnenkogel bei der Franz Senn Hütte und schließlich zu den Kalkkögeln jenseits des Schlicker Tales im Nordosten.
 

 
Eine gute ¾ Stunde genoss ich die Aussicht und die Ruhe auf dem Gipfel bevor ich mich wieder auf den Weg machte und zur Hütte abstieg. Zunächst folgte ich dem Aufstiegsweg, bog dann aber vor den Lawinenverbauungen rechts ab und verlor in vielen steilen Kehren schnell an Höhe. Ich traf auf den Weg der vom Seejöchl kam, wandte mich nach links und stieg das letzte Stück hinab zur .
 
Das Wetter war einigermaßen stabil und nicht zu kalt, also genoss ich eine Brotzeit im Freien mit einem herrlichen Blick hinüber zum Bereich des Zuckerhütls. Hier oben ließ ich es mir gut gehen, genoss eine Brotzeit und ruhte mich in der Sonne etwas aus. Ich keine Eile, denn ich wollte abends nur noch meine Startunterlagen in Innsbruck abholen.
 
Nach einer guten Stunde machte ich mich dann doch an den Abstieg. Der verlief zunächst ein bisschen abfallend von der Hütte aus nach Osten und um einen Grat des Hohen Burgstalls herum in ein weites Kar. Es folgte noch eine etwas ausgesetzte, wildromantische Passage, in der der Kalkalpen Charakter dieser Berge besonders gut hervortrat.
 
Schließlich erreichte ich am Sennjoch wieder den ursprünglichen Aufstiegsweg und ging darauf zurück zur Bergstation Schlick 2000. Die Seilbahn brachte mich nach einem schönen Tag wieder sicher hinab ins Tal und ich fuhr nach Innsbruck um meine Startunterlagen für den 4. Tirol-Speed-Marathon abzuholen, den ich am folgenden Tag dann auch erfolgreich gelaufen bin (Bericht hier).